Bedeutung der Schulleitung für die Entwicklung guter gesunder Schulen

Der Schulleitung kommt eine besondere Bedeutung für die Qualität von Schulen und deren gesundheitsförderlichen Potentialen zu. Die Forschung zur Wirksamkeit von Schulen identifiziert als Erfolgsfaktor eine zielorientierte und verlässliche Führung, die Teilhabe (Partizipation) fördert und Verantwortung delegiert, die für hohe pädagogische Qualität einsteht und sich für das Unterrichtsgeschehen interessiert. Schulleitungen gelten auch als „Gatekeeper“ (Pförtner) von Veränderungsprozessen und spielen in allen Phasen der schulischen Gesundheitsförderung – Initiierung, Durchführung, Stabilisierung – eine zentrale Rolle (Dadaczynski, 2012).
Zum Weiterlesen
Dadaczynski, K. (2012): Die Rolle der Schulleitung in der guten gesunden Schule. Verfügbar unter: http://www.handbuch-lehrergesundheit.de
Schulleitungen nehmen zudem über die Art und Weise ihrer Führung Einfluss auf die Zufriedenheit, Leistungsfähigkeit und Gesundheit der Lehrkräfte. Als gesundheitsförderlich hat sich dabei ein Führungsverhalten erwiesen, welches sich durch eine Berücksichtigung der Interessen und Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Wertschätzung und Anerkennung, Ermutigung, Förderung, Ermöglichung von Teilhabe und durch Integrität auszeichnet („Salutogene Führung“, Harazd, Gieske & Rolff 2009). Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die sich wertgeschätzt fühlen und ihrer Vorgesetzten bzw. ihrem Vorgesetzten vertrauen, sind zufriedener und gesünder (Nyberg, Bernin & Theorell, 2005).
Hinweise zur Verantwortlichkeit und zu den konkreten Aufgaben der Schulleitung finden sich im Leitfaden unter den Praxistools der Gelingensbedingungen.
Schulleitungen sind auch gesetzlich verpflichtet, verschiedene Aufgaben zur Gewährleistung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz zu übernehmen.
Die Gefährdungsbeurteilung ist dabei das zentrale Element im schulischen Arbeitsschutz. Sie ist die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Durch die Gefährdungsbeurteilung sollen im Vorfeld Gefährdungen für die physische und psychische Gesundheit aller Schulmitglieder ermittelt werden, denen gegebenenfalls durch entsprechende Maßnahmen zu begegnen ist.
Die folgende Tabelle (Huber, 2007) strukturiert das Aufgabenspektrum von Schulleiterinnen und Schulleitern.
Die Arbeit mit Menschen innerhalb der Schule:Die Arbeit mit Menschen außerhalb der Schule:Die Arbeit bei der Verwaltung von Ressourcen:
als Organisationsentwickler/in, als wesentlicher „Change Agent“ im Entwicklungs- bzw. Verän­derungsprozess der einzelnen Schuleals „Homo Politicus“, die/der sich diplomatisch und gremien­politisch angemessen verhält bzw. „politischen Scharfsinn“ und politisches Gespür besitztals Verwalter/in und Organi­sator/in, als „Manager“ der Organisation
als Personalentwickler/in, die/der verantwortlich ist für die Fort- und Weiterbildung des Personals und zum Zusam­menwachsen des Kollegiums (und anderer an der Schule Beteiligten) zu kompetenten kooperativen Teams beiträgtals Repräsentant/in ihrer Schule in der Öffentlichkeitals Architekt/in und Gebäude­manager/in, zuständig für Gebäudeunterhalt sowie Renovierung und Ausbau
als „People Person“, als Ansprechpartner/in für Lehr­kräfte, aber auch für Schüler und Elternals Vermittler/in und Mediator/in, als Bindeglied zwischen internen (schulischen) und externen (politischen, gesellschaftlichen) Interessenals Finanzmensch und Unter­nehmer/in, in zunehmendem Umfang, je stärker die dezentrale Ressourcenver­waltung greift
als Lehrer/in mit Unterrichts­verpflichtungals unmittelbare/r Ansprech­partner/in, manchmal auch als Zielscheibe 
als Vorbild, auch außerhalb des Klassenzimmers  
Aus dem Aufgabenspektrum der Schulleitungen wird ersichtlich, welche bedeutende Rolle Schulleitungen für die Initiierung und Gestaltung von Schulentwicklungsprozessen spielen. Sie können durch ihr Führungsverhalten Entwicklungsprozesse ermöglichen oder verhindern und die Gesundheit der Lehrkräfte an ihrer Schule beeinflussen. Von der Impulsgebung und Prozesssteuerung über die Personalmotivation und -vorbereitung bis hin zur Bereitstellung der benötigten Ressourcen (Zeit, Geld Fortbildungen) haben sie „den Hut auf“. Sie sind dabei in der Regel nicht allein, sondern arbeiten im Schulleitungsteam oder können auf Steuergremien zurückgreifen. Sie können externe Netzwerke und Ressourcen erschließen.
Aktuelle Forschungsarbeiten zum Einfluss von Schulleitungen auf die schulische Gesundheitsförderung zeigen, dass es vor allem die persönlichen Einstellungen und Kompetenzen der Schulleitung sind, durch die sie Einfluss auf die gesundheitsförderlichen Veränderungsprozesse nimmt. Schulleiterinnen und Schulleiter haben zudem eine Vorbildfunktion – das gilt auch für gesundheitliche Belange. Die Achtsamkeit für die eigene Gesundheit und das Ausmaß an gesundheitsförderlichem Verhalten bei der Schulleitung beeinflusst auch das Gesundheitsverhalten der Lehrkräfte. Studien belegen, dass das gesundheitliche Wohlbefinden der Schulleitungen in einem deutlichen Zusammenhang mit dem Wohlbefinden der Lehrkräfte steht (Harazd et al., 2009).
Mehr zum Thema Schulleitung und Gesundheitsförderung erfahren Sie in der Gelingensbedingung 3.