Praxistool
In diesem Praxistool finden Sie drei Instrumente. Mit dem ersten Instrument stellen Sie den Istzustand in Bezug auf Informiertheit über das Projekt und die erlebte Würdigung durch die Projektaktiven fest. Mit dem zweiten Instrument beschäftigen Sie sich mit der Sichtbarmachung schneller Erfolge. Das dritte Instrument dient der Förderung von Wertschätzung und Anerkennung im Veränderungsprozess.
Wer ist verantwortlich?
Für die Bearbeitung dieser Gelingensbedingung sind in erster Linie die Projektaktiven und die Steuergruppe verantwortlich. Beide Gruppen müssen bei der Projektplanung darauf achten, dass frühzeitig Erfolge erzielt werden. Die Steuergruppe sollte zudem eine wichtige Quelle von Feedback und Würdigung sein. Zudem trägt sie die Hauptverantwortung für die Kommunikation über das Entwicklungsprojekt. Die Projektaktiven selbst sollten sich ihrer Wünsche nach Feedback und Würdigung bewusst sein und selbst mit dafür sorgen, dass sie ausreichend Feedback und Würdigung erfahren.
Grafik: Gelingensbedingung 17, Instrument 1
Gelingensbedingung 17, Instrument 1
Würdigungskultur und Informiertheit über das Projekt bilanzieren
Ziel: Zwischenbilanz zum Stand der Würdigungskultur im Projektverlauf herstellen
Mit den beiden folgenden Tabellen können Sie eine kurze Zwischenbilanz zu folgenden Fragestellungen ziehen:
  1. Haben die im Projekt Aktiven den Eindruck, dass ihre Arbeit anerkannt wird?
  2. Ist das Kollegium über die Arbeit der Projektgruppen informiert?
Die folgende Tabelle 1 wird von den Projektgruppen ausgefüllt.
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Tabelle 1 (für die Projektaktiven):
Anerkennung für die Arbeit im Projekt
 trifft völlig zutrifft über­wie­gend zuteils/teilstrifft über­wie­gend nicht zutrifft überhaupt nicht zu
Für meine Arbeit im Projekt erhalte ich Anerkennung und Unterstützung im Kollegium.
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Für meine Arbeit im Projekt erhalte ich Anerkennung und Unterstützung von der Schulleitung.
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Viele Kolleginnen und Kollegen stehen unserer Arbeit im Projekt kritisch gegenüber.
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Ich bereue nicht, mich im Projekt engagiert zu haben.
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Lassen Sie die Auswertung innerhalb der Projektgruppe und, wenn es in der Schule mehrere Projektgruppen gibt, für jede Projektgruppe einzeln durchführen. Erstellen Sie aus den Ergebnissen ein Balkendiagramm mit der prozentualen Verteilung der Antworten. Es wäre sinnvoll, für jede Projektgruppe ein solches Diagramm anzulegen. Stellen Sie die Ergebnisse dem Kollegium vor und diskutieren Sie darüber. Folgende Fragen können hilfreich sein:
  • Wie erklären Sie sich die (positiven oder negativen) Ergebnisse?
  • Sind Sie mit den Ergebnissen zufrieden? Sind die im Projekt Aktiven damit zufrieden oder was wünschen sie sich?
  • Gibt es unterschiedliche Wahrnehmungen der Anerkennung bei den Projektgruppen und wie erklären Sie sich diese? Könnte es am Thema liegen (z. B. an der unterschiedlichen Bedeutsamkeit)?
  • Wie könnte sich eine kritische Haltung zum Projekt vonseiten des Kollegiums erklären lassen?
  • Was können Sie tun, um das Ergebnis zu verbessern? Woran messen Sie Ihren Erfolg?
Die folgende Tabelle 2 wird vom gesamten Kollegium und der Schulleitung ausgefüllt.
Tabelle 2 (für das Kollegium und die Schulleitung): Informiertheit über das Projekt
 trifft völlig zutrifft über­wie­gend zuteils/teilstrifft über­wie­gend nicht zutrifft überhaupt nicht zu
Ich bin gut über das Projekt informiert.
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Mir sind die Ziele des Projekts nicht klar.
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Ich kenne die Themen der Projektgruppen.
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Ich bin über die Arbeit in den Projektgruppen informiert.
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Ich bemühe mich regelmäßig darum, Informationen über die Projektgruppen zu erhalten.
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Die Steuergruppe wertet die Ergebnisse aus und stellt sie dem Kollegium vor, z. B. als Balkendiagramm mit der prozentualen Verteilung der Antworten. Achten Sie bei der Ergebnisdarstellung darauf, dass das Item „Mir sind die Ziele des Projekts nicht klar.“ negativ formuliert ist, eine hohe Zustimmung also ein negativer Wert ist. In Arbeitsgruppen wird nun über die Ergebnisse diskutiert. Folgende Fragen können hilfreich sein:
  • Wie erklären Sie sich die (positiven oder negativen) Ergebnisse?
  • Sind Sie als Schule mit den Ergebnissen zufrieden? Reicht der Stand an Informiertheit aus für den weiteren Verlauf des Entwicklungsvorhabens (in Bezug auf Erfolgszuversicht, Motivation, Anerkennung …)? Können Sie das Projekt mit diesen Ergebnissen erfolgreich fortsetzen?
  • Wo können Sie ansetzen, was können Sie verändern?
  • Was kann das Kollegium tun, was können die Projektgruppen und die Steuergruppe tun?
  • Woran merken Sie, ob Sie erfolgreich sind? Wie messen Sie Ihren Erfolg?
Grafik: Gelingensbedingung 17, Instrument 2
Gelingensbedingung 17, Instrument 2
Schnelle Erfolge sichtbar machen
Ziel: Ein Projekt so planen, dass schnell erste Erfolge erzielt werden können.
So gehen Sie vor:
Sinnvoll wäre es, wenn alle Mitglieder einer Projektgruppe darüber ins Gespräch kommen, wie es gelingt, die Planung des Veränderungsvorhabens so zu gestalten, dass schnelle Erfolge öffentlich sichtbar werden. Die Tabelle 3 sollte zuerst von der Projektgruppe bearbeitet werden. Mitglieder der Steuergruppe können als Expertinnen und Experten konsultiert werden. Ermöglichen Sie im Anschluss einen Austausch der Projektgruppen über ihre Ergebnisse. Bei diesem Austausch können Sie dann gemeinsam den Aktionsplan bearbeiten.
Tabelle 3, Erfolge sichtbar machen
Thema der Projektgruppe:
 Was tun wir schon (bitte beschreiben)?Sind wir damit zufrieden?Was nehmen wir uns konkret vor?
Beschreibung der Handlungsziele: Terminierbarkeit? Strukturierung in Teilziele möglich?   
Indikatoren für den Erfolg: Woran werden die Ergebnisse gemessen?
Woran erkennt man, dass die Zielsetzungen in Teilen verwirklicht werden? Woran erkennen wir Erfolge?
   
Projektfortschritt: Wie wird er erfasst? Gibt es Protokolle oder Evaluationsbögen, mit denen erfasst wird, was in der Projektgruppe getan wird? Wurde festgelegt, zu welchen Zeitpunkten der Projektfortschritt überprüft wird?   
Außendarstellung: Wer berichtet dem Kollegium oder der Steuergruppe über die Arbeit und Ergebnisse?   
Steuergruppe: In welchen Abständen findet ein Austausch mit der Steuergruppe statt? Wie wird diese über die Entwicklung in der Projektgruppe informiert?   
Präsentation: Wo, wie und wem werden Erfolge dargestellt? Welche Rolle spielt die Schulleitung dabei?   
Nach der Bearbeitung der Fragestellung „Was nehmen wir uns konkret vor?“ sollte direkt folgender Aktionsplan bearbeitet und ausgefüllt werden:
Aktionsplan „Was nehmen wir uns konkret vor?“
Was tun wir? Womit begin­nen wir?Wer tut es? Wer ist verant­wortlich?Wer ist beteiligt?Wann tun wir es?Was brauchen wir dafür?Wie stellen wir fest, ob wir erfolgreich sind?
      
Grafik: Gelingensbedingung 17, Instrument 3
Gelingensbedingung 17, Instrument 3
Würdigung und Anerkennung im Veränderungsprozess fördern
Ziel: Engagement durch Würdigung und Anerkennung im Schulentwicklungsprozess fördern
So gehen Sie vor:
Die Projektgruppen bearbeiten die nachfolgende Tabelle 4 und formulieren ihre Wünsche an die Schulgemeinschaft bzw. das Kollegium. Diese Wünsche werden dem Kollegium und der Schulleitung vorgestellt. Das Kollegium und die Schulleitung haben dann die Gelegenheit, gemeinsam mit den Projektaktiven darüber zu diskutieren, was von den Wünschen wie umgesetzt werden kann. Dabei sollte gemeinsam überlegt werden, welche Ressourcen, wie Zeitfenster, Räume, Finanzen, Fortbildungen etc., dafür benötigt werden. Sollte es zum Thema Feedback zu größeren Diskussionen im Kollegium kommen, wäre es sinnvoll, in einem ersten Schritt zu prüfen, welches Verständnis von Feedback die Einzelnen haben und wo es in der Schule bereits Strukturen gibt, aus denen man lernen und an die man anknüpfen kann.
Tabelle 4, Würdigung fördern
 Was brauchen wir bzw. wünschen wir uns für unsere Arbeit?Was können wir tun?Was brauchen wir dafür?
Gestaltung der Arbeitsgruppen­treffen   
Feedback durch die Steuergruppe   
Feedback durch die Schulleitung   
Rückmeldung durch das Kollegium   
Feedback durch Methoden wie kollegiales Feedback, Schülerfeed­back etc.   
Würdigung durch die Projektdar­stellung im Lehrerzimmer