Praxistool
Mit diesem Praxistool erhalten Sie eine Hilfestellung zur Auswertung alter Projekterfahrungen. Mit dem Instrument wird der Blick zuerst auf die Schwächen der Schule gelenkt, um dann in einem zweiten Schritt Ideen für die zukünftige Vermeidung der Fehler zu gewinnen.
Wer ist verantwortlich?
Die Auswertung alter Projekterfahrungen findet am besten in Kleingruppen statt. Verantwortlich für die Initiierung dieser Maßnahme ist die Schulleitung oder Steuergruppe. Verantwortung für die Durchführung könnten auch Moderatorinnen und Moderatoren übernehmen. Für die Auswertung muss nicht das gesamte Kollegium zuständig sein. Wichtig ist allerdings, dass in der Auswertungsgruppe alle Gruppen und Positionen vertreten sind, damit unterschiedliche (kritische und positive) Sichtweisen gehört werden. Als erster Schritt sollte demnach in der Schulleitung geklärt werden, wer im Kollegium, evtl. auch in der Schülerschaft oder unter den Eltern, das entsprechende Erfahrungswissen hat und wer zur Auswertung eingeladen wird.
Grafik: Gelingensbedingung 8, Instrument 1
Gelingensbedingung 8, Instrument 1
Vorherige Projekterfahrungen auswerten
Ziel: Alte Projekterfahrungen auswerten, um bei neuen Entwicklungsvorhaben Fehler zu vermeiden und die Erfolgszuversicht der Lehrkräfte zu erhöhen
So gehen Sie vor:
Nehmen Sie sich im Folgenden ein einzelnes Projekt vor, an dem Sie bereits gearbeitet haben und mit dessen Prozess bzw. Ergebnis Sie unzufrieden sind. Suchen Sie dafür auch die entsprechenden Projektunterlagen heraus. Bitte prüfen Sie nun, welche der typischen Fehler beim Projektmanagement aufgetreten sind. Überlegen Sie sich auch, was Sie zukünftig zur Vermeidung solcher Fehler tun könnten. Welche vorherigen Projekterfahrungen spielen für die Planung und Steuerung des neuen Schulentwicklungsprojekts eine Rolle? Sinnvoll ist es, wenn Sie das Instrument gemeinsam mit Kolleginnen, Kollegen und anderen Expertinnen und Experten bearbeiten, z. B. in der Steuergruppe, der erweiterten Schulleitung oder einer dafür eingesetzten Arbeitsgruppe.
Zuerst bearbeitet jede Person das Instrument für sich allein. In der Diskussion mit den Anderen sollten Sie zunächst die Fehler diskutieren (Spalte 1). Dazu tauschen Sie sich über Ihre Antworten aus und diskutieren über unterschiedliche Wahrnehmungen und mögliche Gründe dafür. Legen Sie dabei auch fest, welche der Fehler nach Ansicht der Gruppe am stärksten zum Misserfolg des Projekts beigetragen haben. Diese Fehlerquellen sollten Sie dann bei zukünftigen Projekten besonders im Auge behalten. Im nächsten Schritt diskutieren Sie darüber, was Sie gemeinsam zukünftig tun können, um solche Fehler zu vermeiden (Spalte 2). Was kann der vorliegende Leitfaden dazu beitragen, wo finden Sie hier Instrumente und Methoden?
Drucker-Icon
Die Ergebnisse Ihrer Diskussion um Fehlerquellen und Lösungsmöglichkeiten können visualisiert (Flipchart oder Stellwand) bzw. dokumentiert zur Grundlage der zukünftigen Entwicklungsarbeit werden. Stellen Sie die Ergebnisse dem Kollegium vor. Sinnvoll wäre es auch, die Ergebnisse im Lehrerzimmer auf einer Stellwand zu präsentieren und die nicht an der Bearbeitung beteiligten Lehrkräfte einzuladen, Ideen zu ergänzen.
Projekt eintragen:Was davon trifft in welchem Ausmaß auf das alte Projekt zu? Bitte nennen Sie Beispiele.Was können Sie zukünftig gemeinsam tun, um solche Fehler zu vermeiden?
Fehlende, unklare oder unzureichende Zielklärung  
Abstimmungs- und Verständigungsprobleme zwischen Schulleitung, Kollegium und Projektleitung  
Unklare Aufgabenbeschreibung  
Unklare Rollenverteilung und Zuständigkeiten  
Fehlende Unterstützung durch die Schullei­tung und das Kollegium  
Initiativen und Projekte als „Eintagsfliegen“: Fehlende strukturelle Verankerung in der Schulentwicklung  
Fehlende Umsetzung der Ergebnisse bzw. Wirkungslosigkeit des Engagements  
Konkurrierende Projekte  
Fehlende Qualifikationen bzw. Kompetenzen der Beteiligten  
Fehlende Ressourcen (Geld, Zeit, Personal) der Schule  
Kommunikationsprobleme  
Nicht funktionierender Informationsfluss  
Geringes Engagement und Unzuverlässigkeit der an der Veränderungsmaßnahme Beteiligten  
Fehlende oder unzureichende Auswertung des Prozesses und der Ergebnisse  
Wie geht es weiter?
Nachdem Sie sich in der Gelingensbedingung 7 mit der Veränderungsbereitschaft und dem Engagement der Lehrkräfte in Ihrer Schule auseinandergesetzt und mit Hilfe der Gelingensbedingung 8 Ihr zukünftiges Projektmanagement optimiert haben, rückt in der Gelingensbedingung 9 die gesamte Schule in den Mittelpunkt: Welche Merkmale einer Schule nehmen Einfluss auf deren Erfolg bei einem Schulentwicklungsprozess? Es geht um die unterschiedlichen Startbedingungen von Schulen, die den Verlauf und den Erfolg eines Schulentwicklungsprojekts maßgeblich bestimmen. Im Folgenden werden die erfolgskritischen Startbedingungen erläutert und es wird aufgezeigt, was Schulen tun können, um ihre Startbedingungen zu verbessern. So soll verhindert werden, dass sich Schulen trotz ungünstiger Startbedingungen voller Elan in einen Entwicklungsprozess stürzen und dann mit großer Wahrscheinlichkeit scheitern.