Praxistool
In diesem Praxistool finden Sie drei Instrumente. Mit dem ersten Instrument können Sie abfragen, wie es grundsätzlich um die Bereitschaft zum Engagement in Ihrem Kollegium steht. Mit dem zweiten Instrument nehmen Sie mögliche Bedenken und Befürchtungen zum Entwicklungsprozess in den Blick und überlegen Schritte zum Umgang mit den Bedenken. Dieses Instrument ist für solche Schulen gedacht, die in Ihrem Kollegium eine eher geringe Bereitschaft zum Engagement wahrnehmen und nun wissen wollen, was die Gründe dafür sind. Mit dem dritten Instrument können Sie die Einflussfaktoren auf die Bereitschaft zum Engagement in Ihrer Schule prüfen.
Wer ist verantwortlich?
Verantwortlich ist in erster Linie die Schulleitung. Die Prüfung der Bereitschaft zum Engagement im Kollegium gehört zum Aufgabenkomplex Personalführung. Zudem ist die Schulleitung hier auch selbst gefordert – gilt es doch, den eigenen Führungsstil als eine der organisationalen Voraussetzungen von Engagement und Veränderungsbereitschaft kritisch zu reflektieren (vgl. Gelingensbedingung 3).
Grafik: Gelingensbedingung 7, Instrument 1
Gelingensbedingung 7, Instrument 1
Engagement in Entwicklungsprozessen abfragen
Ziel: Einen Überblick über die Bereitschaft zum Engagement in Entwicklungsprozessen erhalten
So gehen Sie vor:
Die einfachste Möglichkeit, die Bereitschaft zum Engagement zu prüfen, ist die Durchführung einer Diskussion über das Veränderungsvorhaben. Stellen Sie das Veränderungsvorhaben, dessen Ziele und Beweggründe dem Kollegium vor. Wenn das Veränderungsvorhaben gemeinsam im Kollegium entwickelt wurde, dient die Vorstellung nur der Erinnerung und kann kurz ausfallen. Legen Sie dem Kollegium nun Aussagen vor, die auf die Veränderungsbereitschaft und das Engagement im Kollegium zielen. Sie können die Aussagen in der Tabelle auf ein Flipchart schreiben und dazu diskutieren lassen. Alternativ können Sie die Tabelle in Einzelarbeit ausfüllen lassen und daraufhin Arbeitsgruppen bilden, um über die Ergebnisse zu diskutieren. Im Anschluss sollten Sie die Arbeitsgruppenergebnisse im Plenum vorstellen lassen. Sollte sich eine große Skepsis zum Erfolg des Entwicklungsvorhabens zeigen, wäre es ratsam, vor dem Beginn der Maßnahme an den Erfolgsfaktoren für die Bereitschaft zum Engagement zu arbeiten. Tipps dazu erhalten Sie in der oben stehenden Tabelle in dieser Gelingensbedingung. Günstige Startbedingungen sind gegeben, wenn es zu allen Aussagen eine positive Mehrheit von mindestens 2/3, besser eine 3/4-Mehrheit im Kollegium gibt.
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 janeinBitte begründen Sie Ihre Antwort.
Ich bin überzeugt, dass unsere Schule dieses Vorhaben erfolgreich umsetzen kann.   
Das Veränderungsvorhaben bringt für mich persönlich bzw. als Lehrkraft Vorteile.   
Das Veränderungsvorhaben bringt für unsere Schule Vorteile.   
Ich glaube, dass unser Kollegium durch den Entwicklungsprozess gestärkt wird.   
Die Ziele des Vorhabens halte ich für sehr wichtig.   
Dieses Vorhaben kann einen wichtigen Beitrag für die Weiterentwicklung unserer Schule leisten.   
Unsere Schule ist gut auf das Veränderungs- vorhaben vorbereitet.   
Was immer die Neuausrichtung auch von mir verlangt, ich bin sicher, dies bewältigen zu können.   
Ich freue mich auf die Veränderungen in meinem Arbeitsbereich.   
Grafik: Gelingensbedingung 7, Instrument 2
Gelingensbedingung 7, Instrument 2
Veränderung akzeptieren
Ziel: Akzeptanz für ein Veränderungsvorhaben fördern und Hintergründe für fehlendes Engagement, Widerstand oder mangelnde Motivation erfahren
So gehen Sie vor:
Laden Sie zu einem offenen Austausch in Kleingruppen, z. B. während einer Lehrerkonferenz. Nehmen sich hierfür ca. eine Stunde Zeit. Erläutern Sie das Vorgehen und bitten Sie Ihr Kollegium, sich 30 Minuten in Kleingruppen zu den Bedenken und Befürchtungen wie auch positiven Erwartungen bezüglich des Veränderungsvorhabens auszutauschen. Die zentralsten Aussagen und Fragen sollten dabei von der Gruppe auf einem Flipchartpapier notiert werden. Dieses wird anschließend von allen Kleingruppen in fünf Minuten vorgestellt. Haben Sie mehr Zeit zur Verfügung, können in der Austauschphase auch Ideen und Anregungen zur Verbesserung gesammelt werden. Die Arbeitsgruppenergebnisse werden von der Steuergruppe oder einer damit beauftragten Arbeitsgruppe zusammen getragen und ausgewertet. Gemeinsam mit der Schulleitung wird darüber diskutiert, welche Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen gezogen werden müssen.
Folgende Fragen können Sie dabei unterstützen:
  • Lässt sich das Veränderungsvorhaben überhaupt durchführen? Was spricht dafür, was dagegen?
  • In welche Richtung gehen die Bedenken? Ist es die Sorge um fehlende Zeit- und Personalressourcen? Oder ist es die Befürchtung vor Arbeitsüberlastung?
  • Liegen die Bedenken eher an der mangelnden Vorbereitung, fühlen sich die Lehrkräfte noch nicht ausreichend auf das Veränderungsvorhaben vorbereitet?
  • Liegt es am Thema, wurde dieses nicht als bedeutsam genug eingeschätzt?
  • Gibt es bereits Ideen zur Lösung?
Je nach Schwere der Bedenken muss das Veränderungsvorhaben noch einmal kritisch betrachtet werden. Es sollten dann Schritte zum Umgang mit den Bedenken überlegt werden. Wichtige Hintergrundinformationen dazu finden Sie auch in der Gelingensbedingung 10.
Grafik: Gelingensbedingung 7, Instrument 3
Gelingensbedingung 7, Instrument 3
Einflussfaktoren für Engagement sichten
Ziel: Einflussfaktoren für das Entstehen von Engagement in der Schule bzw. im Kollegium erfassen
So gehen Sie vor:
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Dieses Instrument kann von der Steuergruppe oder in der erweiterten Schulleitung bearbeitet werden. Lesen Sie sich noch einmal die Beschreibung der Einflussfaktoren auf das Engagement in der Gelingensbedingung 7 durch. In der folgenden Tabelle finden Sie eine Kurzform zum Ausfüllen.
  1. Bearbeiten Sie die Tabelle zunächst in Einzelarbeit. Hierfür füllt jede Person ein eigenes Blatt aus.
  2. Tauschen Sie sich anschließend in einem gemeinsamen Treffen zu den Einflussfaktoren und Ihren Einschätzungen aus.
  3. Vergeben Sie gemeinsam für jeden Einflussfaktor eine Note von 1-6, die angibt, inwiefern an Ihrer Schule Handlungsbedarf besteht. (1 = sehr günstige Voraussetzungen/kein Handlungsbedarf bis 6 = sehr ungünstige Voraussetzungen/hoher Handlungsbedarf).
  4. Wählen Sie die 1-2 Einflussfaktoren aus, die aus Ihrer Sicht am dringendsten bearbeitet werden müssen und sammeln Sie Ideen für Ihr Vorgehen. Zu einigen Aspekten finden Sie hierfür im Leitfaden gesondert Instrumente und Arbeitshilfen. Eine Orientierung bietet Ihnen die Leitgrafik weiter oben.
 Einflussfaktor/
Merkmal
Note von 1–6Woran sieht man, ob das Merkmal in Ihrer Schule/Ihrem Kollegium gegeben ist? An welchen Beispielen machen Sie Ihre Einschätzung fest?
Person/
Kol­le­gi­um
Kollektive Selbstwirk­samkeit  
Emotionale Verbun­den­heit  
Offenheit für Neues  
Schu­leSchulkultur: Partizipation und Innovationsfreude  
Partizipation, Zusammenhalt und soziale Unterstützung  
Schulleitung:
Offenheit für Neues, Mitarbeiterorientierung
  
Schulmanagement: funktionierende Koordination  
Wie geht es weiter?
In der Gelingensbedingung 7 haben Sie sich damit auseinandergesetzt, welche schulischen und individuellen Merkmale die Bereitschaft zum Engagement in Entwicklungsprozessen fördern. Eines der schulischen Merkmale ist das Schulmanagement bzw. die funktionierende Koordination. Hierzu liegen in vielen Schulen schlechte Erfahrungen vor, die die Erfolgszuversicht auf neue Veränderungsvorhaben dämpfen. In der folgenden Gelingensbedingung 8 soll deshalb eine Analyse vorheriger Prozesse angeregt werden mit dem Ziel, aus den eigenen Fehlern zu lernen.