Praxistool
In diesem Praxistool finden Sie zwei Instrumente, die aufeinander aufbauen. Mit dem ersten Instrument können Sie mit Hilfe der BE-SMART-Formel Ihre individuellen und organisationalen Ziele für den Entwicklungsprozess formulieren. Die BE-SMART-Formel richtet das Augenmerk auf die Erreichbarkeit der Veränderungsziele. Mit dem zweiten Instrument, der HARD-Formel, können Sie die Zielbindung in den Blick nehmen. Die HARD-Formel richtet ihr Augenmerk auf die Emotionalität und Herausforderung der Entwicklungsziele für die beteiligten Lehrkräfte.
Hinweise:
Ziele können sich verändern. Daher sollten Sie im Laufe des Prozesses Ihre Ziele überprüfen und ggf. anpassen.
  • Entwickeln Sie Ziele immer in einem Abgleich mit den vorhandenen Ressourcen (vgl. Gelingensbedingung 12). Entscheiden Sie sich daher für eine Anzahl von Zielen, die Sie mit Ihren Ressourcen auch wirklich erreichen können. Wählen Sie realistische Ziele aus, die Sie durch eigene Anstrengungen umsetzen können. Formulieren Sie Ihre Ziele schriftlich. Auch Ihr gesamter Arbeitsprozess, insbesondere alle Entscheidungen, sollten dokumentiert und für alle Schulbeteiligten einsehbar sein.
  • Beginnen Sie den Entwicklungsprozess mit der Bearbeitung schnell erfüllbarer Ziele, denn Erfolgserleben erhöht die Motivation. Ziele sollten eine Balance zwischen Verhaltens- und Verhältnisprävention herstellen. Bitte wählen Sie nach Möglichkeit immer ein individuelles und ein organisationales Entwicklungsziel.
Wer ist verantwortlich?
Die Schulleitung hat die Aufgabe, die Zielvorgaben für die Schulentwicklung im Blick zu behalten. An der Entwicklung smarter Ziele muss das Kollegium beteiligt werden. Denn neben Zeit erfordert die Entwicklung smarter Ziele auch Transparenz. Ziele haben z. T. langfristige Konsequenzen für Einzelne oder für die gesamte Schulgemeinde und sollten daher immer auch mit den Beteiligten und Betroffenen abgestimmt werden. Ein anschließender Auftrag durch die Schulleitung an die Gruppe, die Maßnahmen für das Ziel entwickelt, stellt sicher, dass die erarbeiteten Ziele von der gesamten Schulgemeinde mitgetragen werden und erhöht darüber hinaus die Akzeptanz der Gruppe und der von ihr erarbeiteten Maßnahmen.
Grafik: Gelingensbedingung 6, Instrument 1
Gelingensbedingung 6, Instrument 1
BE-SMART-Kriterien auf Ziele anwenden
Ziel: Mit Hilfe der BE-SMART-Kriterien bearbeitbare individuelle und organisationale Ziele aus den Entwicklungszielen (Gelingensbedingung 5) ableiten
So gehen Sie vor:
In der ersten Tabelle erhalten Sie ein Beispiel für ein individuelles und ein organisationales Ziel. Die zweite Tabelle können Sie als Kopiervorlage für Ihre Zielbeschreibung nutzen.
Lassen Sie die Lehrkräfte in Einzelarbeit ein individuelles Ziel formulieren und nach der BE-SMART-Formel bearbeiten. Das individuelle Ziel sollte sich aus den Entwicklungszielen aus der Gelingensbedingung 5 ableiten. Folgende Leitfragen können dabei hilfreich sein:
  • Was können Sie persönlich dazu beitragen, dass die Entwicklungsziele Ihrer Schule erreicht werden?
  • Was haben die Entwicklungsziele mit Ihrer Gesundheit zu tun?
Im Anschluss sollte Zeit zum Erfahrungsaustausch in Arbeitsgruppen sein. In einem zweiten Schritt können dann in den Arbeitsgruppen zu den Entwicklungszielen gemeinsam organisationsbezogene Änderungsziele nach den BE-SMART-Kriterien entwickelt werden.
Tabelle BE-SMART mit Beispiel
Kür­zelVerschiedene BedeutungenErläuterungenBeispiel für individuelles ZielBeispiel für organisationales Ziel
BeIdealer werthaltiger Fern-ZielzustandDer Zielzustand („Ich bin, ich werde sein“) sollte positiv formu­liert sein!Ich werde im Schulall­tag und zuhause ruhig und gelassen sein.Wir werden entspannt sowie verständnis- und respektvoll mit­einander arbeiten.
Sfür specific (spezifisch, konkret und vorstellbar)Die Zielhandlung muss in konkreten Situationen darge­stellt sein. Sie muss genau, exakt und präzise beschrieben/ vorstellbar sein.Ich werde mich nach der Arbeit mit einer Entspannungsmusik in den Sessel legen und danach die Zeitung lesen.Wir machen einmal täglich eine Lehrer­pause ohne Schüler­kontakte, in der wir uns austauschen können. Für Freistunden und die Mittagspause wird ein Ruheraum eingerichtet.
Mfür measurable (messbar)Wann ist wie viel vom Ziel erreicht? Woran mache ich das fest?Ich werde eine Woche lang jeden zweiten Arbeitstag mindestens 20 Minuten entspan­nen. Ich erwarte, dass ich besser schlafen kann.Wir werden in der ersten Woche Di und Do die zweite Pause als Lehrerpause nutzen. Der Plan für den Ruheraum ist fertig. Wir erwarten eine Verbesserung im kollegialen Mitei­nander.
Afür achievable (erreichbar und akzep­tiert),
attractive (anziehend, attraktiv),
acceptable (annehmbar)
Das Ziel muss zugleich durchführbar und attraktiv sowie akzeptiert sein.Ich kann das aus eigener Kraft tun. Ich kopiere mir einige Lieblings-Musikstücke zusammen und abon­niere eine neue interessante Zeitung.Durch die Lehrer­pause können wir uns besser austauschen. Das fördert die Kommunikation und spart den Austausch außerhalb der Schulzeit.
Rfür realistic (realistisch), resourced (mit Mitteln ausgestattet), result-oriented (ergebnsiorientiert)Ziel muss realistisch in Bezug auf Zeit, Kosten und Arbeits­aufwand sein, d. h. die Ressourcen müssen vorhanden sein.Erholung soll und kann mir als Arbeits­süchtigem wichtig werden. Ich habe meine Familie gebeten, mich zwischen 19:30 und 20 Uhr nicht zu stören.Zusatzressourcen für die Pause werden nicht benötigt, wir erleben das als lohnend, weil es den Kontakt untereinander enger knüpft. Eine Mitteilung an die Schülerinnen/Schüler und Eltern wurde schon formuliert. Die Möblierung des Ruhe­raums ist durch Sachspenden gesichert.
Tfür time-framed, time-based, time-bound (zeitlich gefasst, terminiert)Ab wann fange ich an, zu welchem Termin höre ich auf?Ich entspanne erst mal 2–3 x die Woche. Nach 4 Wochen prüfe ich, ob ich die Entspan­nung auch häufiger durchführen kann.
Meilenstein: Nach vier Wochen prüfen wir, ob uns die 2 Tage mit Lehrerpause reichen.
Das Ziel ist erreicht, wenn der Ruheraum allen zur Verfügung steht.
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Tabelle zum Ausfüllen
Kür­zelErläuterungenIhr individuelles ZielIhr organisationales Ziel
BEDer Zielzustand („Ich bin, ich werde sein“) sollte positiv formuliert sein!  
SDie Zielhandlung muss in konkreten Situationen dargestellt sein. Sie muss genau, exakt und präzise beschrie­ben/vorstellbar sein.  
MWann ist wie viel vom Ziel erreicht? Woran mache ich das fest?  
ADas Ziel muss zugleich durchführbar und attraktiv sowie akzeptiert sein.  
RDas Ziel muss realistisch in Bezug auf Zeit, Kosten und Arbeitsaufwand sein, d. h. die Ressourcen müssen vorhan­den sein.  
TAb wann fange ich an, zu welchem Termin höre ich auf?  
Grafik: Gelingensbedingung 6, Instrument 2
Gelingensbedingung 6, Instrument 2
Eine belastbare Zielbindung aufbauen
Ziel: Die Attraktivität der Veränderungsziele klären (Warum und wozu engagiere ich mich?)
So gehen Sie vor:
Im Folgenden geht es darum, dass die Zielbindung der SMART-formulierten Ziele tiefer überprüft wird. Hintergrund: In der SMART-Formel wird die Erreichbarkeit der Ziele besonders betont. Allerdings gilt: Je sicherer ein Ziel erreichbar zu sein scheint, umso weniger attraktiv ist es gemeinhin. Mit der HARD-Formel soll nun die Attraktivität der Ziele stärker herausgestellt werden. In der folgenden Tabelle können Sie Ihre Ziele mit Hilfe der HARD-Formel auf ihre Attraktivität hin überprüfen.
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Sie können die Tabelle in Arbeitsgruppen bearbeiten lassen. Diskutieren Sie im Anschluss darüber, wie es gelingen kann, die Attraktivität der Ziele für die eigene Person mit der Attraktivität für die Schule zu verknüpfen.
Kür­zelBedeutungBeispiel für Ihr eigenes Ziel
Hfür heartfelt (tief gefühlt) – Die Erreichung des Ziels wird nicht nur das eigene Leben, sondern darüber hinaus auch für das Leben anderer bereichernd sein. 
Afür animated (beseelt) – Ich kann mir lebhaft vorstellen, wie es sich anfühlt, wenn ich dieses Ziel erreicht habe. 
Rfür required (nötig) – Das Ziel ist unbedingt nötig für meine Organisation; Warum ist es sehr gut, das Ziel zu erreichen und schlimm, wenn das nicht geschieht? 
Dfür difficult (schwer, schwierig, beschwerlich) – Um das Ziel zu erreichen, werde ich neue Fertigkeiten erlernen und meine „Komfortzone“ verlassen müssen.