2.   Beispiele für die Risikobeurteilung unterschiedlicher Methoden zum Schutz gegen Absturz beim Besteigen von Freileitungsmasten

Für die vorgestellten Beispiele gelten folgende Randbedingungen:
  • Die Maste werden bis zur Mastspitze bestiegen.
  • Die PSAgA verfügt über ein Halteseil zur möglichen Fixierung.
  • Witterung: leichter Regen, mäßiger Wind.
  • Einsatz geeigneter Personen gemäß Abs. 3.3.
  • Mäßige persönliche Kondition und Konstitution der Versicherten.
Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Unfalls ist sowohl von der Masthöhe, der persönlichen Belastungsfähigkeit des Versicherten und von der gewählten Sicherungsmethode abhängig und steigt mit zunehmender Masthöhe an.

2.1   „Y-Seil“-Methode

Beim Fortbewegen am Steigbolzengang bzw. an der Mastkonstruktion kann ein Abrutschen erfolgen, der Mitarbeiter ist gegen Absturz gesichert, stürzt 4 m in die Tiefe und schlägt gegen die Mastkonstruktion.
  • Erwartete Verletzungsschwere: „leichte Knochenbrüche“ (G = 6)
  • Eintrittswahrscheinlichkeit A = 3–7
Tabelle 2.1: Risikokennziffer „Y-Seil“-Methode
Masthöhe (m)GARKZ (= G x A)
106318
206318
306424
406424
506530
606530
706636
≥ 806742

2.2   Schlaufenmethode

Beim Fortbewegen am Steigbolzengang (-leiter) bzw. an der Mastkonstruktion kann ein Abrutschen erfolgen, der Versicherte ist gegen Absturz gesichert, stürzt 4 m in die Tiefe und schlägt an die Mastkonstruktion und an einen Steigbolzen an.
  • Erwartete Verletzungsschwere: Schwere Knochenbrüche (G = 7)
  • Eintrittswahrscheinlichkeit A = 3–7
Tabelle 2.2: Risikokennziffer Schlaufenmethode
Masthöhe (m)GARKZ (= G x A)
107321
207321
307428
407428
507535
607535
707642
≥ 807749

2.3   Steigbolzen mit Sicherheitseinrichtung

Beim Fortbewegen am Steigbolzengang kann ein Abrutschen erfolgen. Der Versicherte ist gegen Absturz gesichert, stürzt 2 m in die Tiefe und schlägt an die Mastkonstruktion und an den Steigbolzen an.
  • Erwartete Verletzungsschwere: „leichte Knochenbrüche“ (G = 6)
  • Eintrittswahrscheinlichkeit A = 3–6
Tabelle 2.3: Risikokennziffer Steigbolzen mit Sicherheitseinrichtung
Masthöhe (m)GARKZ (= G x A)
106318
206318
306318
406424
506424
606530
706530
≥ 806636

Mitlaufende Auffanggeräte an fester Führung

Beim Fortbewegen am Steigeisengang kann ein Abrutschen erfolgen. Der Versicherte ist gegen Absturz gesichert, rutscht ca. 0,4 m in die Tiefe. Als Verletzungsschwere sind maximal leichte Prellungen anzunehmen.
  • Erwartete Verletzungsschwere: „leichte Prellungen“ (G = 3)
  • Eintrittswahrscheinlichkeit A = 3–5
Tabelle 2.4: Risikokennziffer mitlaufende Auffanggeräte an fester Führung
Masthöhe (m)GARKZ (= G x A)
10339
20339
30339
403412
503412
603412
703515
> 803515