1.1   Risikokennzahl

Im Nachfolgenden wird das Risiko durch die Risikokennzahl RKZ ausgedrückt:
RKS = G x A
Grad der Verletzungsschwere/Handlungsfähigkeit (G)
Der Grad der Verletzungsschwere/Handlungsfähigkeit (G) ist entsprechend der zu erwartenden Absturzhöhe, der baulichen Gestaltung des Zugangsweges und der ausgewählten PSAgA einzustufen.
Tabelle 1.1.1: Verletzungsschwere/Handlungsfähigkeit
Verletzungs­schwere
Handlungs­fähig­keit (G)
VerletzungsschwereHandlungsfähigkeit
leicht1Minimalverletzunghandlungsfähig
(kann sich selbst aus der Notsituation befreien)
2oberflächliche Verletzung
3leichte Prellungen
mittel4schwere Prellungen (AU < 3 Tage)eingeschränkt handlungsfähig
(kann eigenständig die Rettungskette einleiten)
5schwere Prellungen (AU > 3 Tage)
6leichte Knochenbrüche
schwer7schwere Knochenbrüchehandlungsunfähig
8schwere Knochenbrüche mit inneren Verletzungen
9schwere innere Verletzungen
10Tod
  • Handlungsunfähig ist, wer aufgrund seiner Verletzung oder seiner Position nicht mehr in der Lage ist, Maßnahmen zu seiner Rettung einzuleiten.
  • AU = Arbeitsunfähigkeit
  • Bei der Festlegung von G ist bei fehlender Übereinstimmung von Verletzungsschwere und Handlungsfähigkeit der höhere Wert einzusetzen.
Eintrittswahrscheinlichkeit des Unfalls (A)
Tabelle 1.1.2: Eintrittswahrscheinlichkeit des Unfalls
Eintrittswahrscheinlichkeit des Unfalls (A)
1GeringÄußerst unwahrscheinlich
2
3
4MittelWahrscheinlich
5
6
7HochÄußerst wahrscheinlich
8
9
Die „Eintrittswahrscheinlichkeit des Unfalls“ ist u. a. von folgenden Einflüssen abhängig:
  • Belastungen durch Arbeitsverfahren und den Einsatz von PSAgA
  • Belastungen durch unterschiedliche Steig- und Masthöhen
  • Betriebsorganisation (Unterweisungen, Kontrollen)
  • psychische Belastungen (Zeitdruck)
  • Erfahrungen der Mitarbeiter/Auftragnehmer (seltene Tätigkeiten, Unterschätzen der Gefahr durch Routine)
  • Witterungseinflüsse (Wind, Regen, Eis, Schnee, Nebel).